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Philosophisches, Kluges und Unsinn

Corontäne

Die Corona Pandemie ist die vermutlich größte Krise unserer Zeit bisher. Die Stimmung schwankt zwischen Sorge, Angst, aber auch Neugierde und Sensationslust, wie es weitergeht. Was fast alle eint ist die Aufforderung, zu Hause zu bleiben. Aber was für Auswirkungen hat das?

Homeoffice war bis vor kurzem hierzulande noch recht verpönt. Das zeigt sich nicht nur in den völlig aus der Zeit gefallen zu scheinenden Bezeichnungen „Heimarbeit“ oder „Telearbeit“. Remoteler sind Faulpelze, die zwischen Wäsche zusammenlegen und Fernsehen ab und zu mal die Mails abrufen – so die bisherige Einstellung. Zaghafte Versuche, einzelne Homeofficetage einzuführen wurden kritisch beäugt.

Eine Woche später: Die normalste Sache der Welt. Netflix, Youtube und Co schrauben die HD-Qualität herunter, um Kapazitäten für Videokonferenzen freizuschaufeln. In virtuellen Meetings sieht man Kollegen und im Hintergrund Ihre turnenden Kinder.

A Propos. Vermutlich ist der größte Unterschied, in welchem familiären Kontext man wohnt. Familien haben den Luxus, neben dem Homeoffice noch die Kinder betreuen zu dürfen. Die älteren Kinder haben dank elektronischer Hausaufgabenübermittlung zwar selbst irgendwie „Homeoffice“, aber für die jüngeren wird es zur Zerreissprobe. Jenach Wohnung/Gartenkapazität kann der Bewegungsdrang nur sehr eingeschränkt ausgelebt werden. Alleinwohnende hingegen leiden unter mangelnden Sozialkontakten.

Läuft doch…

Was also tun?

Vermutlich muss jeder seine eigene Strategie finden. Am besten freundet man sich mit der Situation an und gibt sich der auferlegten Entschleunigung hin. (Vielleicht hat man sogar mal Zeit, sich mit den zahllosen Bücher zu ebendiesem Thema zu beschäftigen, die ungelesen im Regal verstauben). Man kann sich um all die Dinge kümmern, die man machen wollte „wenn mal Zeit ist“. Wann, wenn nicht jetzt?

Balkonoffice

A propos: neben all dem furchtbaren Leid, dass ich nicht schönreden will gibt es auch positive Aspekte der Krise:

  1. Umwelt: Vermutlich reisen wir jetzt so wenig, wie Greta es sich immer gewünscht hat. Was leider durch Vernunft nicht zu bewältigen schien, ist durch Zwang nun in kürzester Zeit kein Problem
  2. Solidarität: Vielleicht nur eine wage Hoffnung, aber Krisen vereinen; es gibt ein gemeinsames Ziel
  3. Homeoffice wird salonfähig(?) Vielleicht fällt der einen oder anderen Firma auf, dass es auch positive Aspekte des Homeoffices gibt, sodass es zumindest phasenweise eine Option bleibt? Auch die Umwelt dürfte das entlasten

Vielleicht fällt Euch ja auch noch was ein? Oder ist einfach nur alles doof?

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